Kaufnebenkosten nach Kanton

Der grösste Unterschied beim Immobilienkauf liegt nicht im Notariat, sondern in der Handänderungssteuer – zwischen null und 3,3 % des Kaufpreises, je nachdem, wo Sie kaufen.

Zuletzt geprüft: · Quelle: ESTV, Dossier Steuerinformationen «Handänderungssteuer» (Stand der Gesetzgebung 1.1.2022) und «Geltende Steuern» (Stand 1.1.2026); Wallis: Gesetz über die Handänderungssteuer (SGS 643.1) Art. 14/15; Freiburg: Revision per 1.1.2024; Solothurn: Praxis Steueramt 2024
Kurzantwort: Die verbreitete Faustregel «3 bis 5 % Kaufnebenkosten» gilt so nicht. In ZH, UR, SZ, GL, ZG, SH, AG, TI gibt es gar keine Handänderungssteuer – dort bleiben oft nur rund 1 bis 1,5 % für Notariat, Grundbuch und Schuldbrief (Ausnahme Tessin mit einer Grundbuchabgabe von 1,1 %). In Neuenburg, Genf oder Basel-Stadt kommen dagegen 3 % und mehr allein an Steuer dazu. Bei einem Kaufpreis von CHF 1'000'000 ist das ein Unterschied von rund CHF 33'000.

Handänderungssteuer aller 26 Kantone

Sortiert vom tiefsten zum höchsten Satz. Die Sätze stammen aus der Übersicht der Eidgenössischen Steuerverwaltung und den kantonalen Gesetzen und werden zentral gepflegt – dieselben Werte und dieselbe Berechnung verwendet der Kaufnebenkosten-Rechner. Die Beispielbeträge gelten ohne Selbstnutzer-Ermässigung und mit dem gesetzlichen Höchstwert der Gemeinde.

Kanton Satz bei CHF 500'000 bei CHF 1 Mio. Besonderheit
Aargau (AG) keine – – keine Steuer, Grundbuchabgabe 0,4 %
Glarus (GL) keine – – keine Steuer, Grundbuchgebühr 0,35 %
Schaffhausen (SH) keine – – keine Steuer, Grundbuch- und Beurkundungsgebühr 0,7 %
Schwyz (SZ) keine – – –
Tessin (TI) keine – – keine Steuer im engeren Sinn, aber Grundbuchabgabe 1,1 % (über CHF 2 Mio. 1,3 %)
Uri (UR) keine – – keine Steuer, Grundbuchgebühr 0,2 %
Zug (ZG) keine – – –
Zürich (ZH) keine – – –
Appenzell Innerrhoden (AI) 1 % CHF 5'000 CHF 10'000 –
Nidwalden (NW) 1 % CHF 5'000 CHF 10'000 –
St. Gallen (SG) 1 % CHF 5'000 CHF 10'000 –
Thurgau (TG) 1 % CHF 5'000 CHF 10'000 –
Wallis (VS) 1,0–1,5 % + Gemeinde CHF 7'500 CHF 19'500 gestaffelt: 1,0 % bis CHF 500'000, 1,3 % bis CHF 1 Mio., 1,5 % darüber; zuzüglich Gemeindezuschlag bis 50 %
Freiburg (FR) 1,5 % + Gemeinde CHF 15'000 CHF 30'000 zuzüglich Gemeindezuschlag bis 100 % der Kantonssteuer; Selbstnutzer beim ersten Wohneigentum: bis CHF 1 Mio. Kaufpreis erste CHF 500'000 steuerfrei, bis CHF 1,5 Mio. erste CHF 250'000
Luzern (LU) 1,5 % CHF 7'500 CHF 15'000 –
Obwalden (OW) 1,5 % CHF 7'500 CHF 15'000 je zur Hälfte von Käufer und Verkäufer geschuldet
Bern (BE) 1,8 % CHF 9'000 CHF 18'000 Selbstnutzer: erste CHF 800'000 steuerfrei
Appenzell Ausserrhoden (AR) bis 2 % CHF 10'000 CHF 20'000 Gemeindesteuer, höchstens 2 % – viele Gemeinden tiefer; je zur Hälfte von Käufer und Verkäufer geschuldet
Graubünden (GR) bis 2 % CHF 10'000 CHF 20'000 Gemeindesteuer, höchstens 2 % – der Kanton selbst erhebt keine; viele Gemeinden tiefer
Jura (JU) 2,1 % CHF 10'500 CHF 21'000 Selbstnutzer beim ersten Erwerb im Kanton: 1,7 %
Solothurn (SO) 2,2 % CHF 11'000 CHF 22'000 Selbstnutzer: keine
Waadt (VD) 2,2 % + Gemeinde CHF 16'500 CHF 33'000 zuzüglich Gemeindezuschlag bis 50 % der Kantonssteuer
Basel-Landschaft (BL) 2,5 % CHF 12'500 CHF 25'000 Selbstnutzer: keine; sonst je zur Hälfte von Käufer und Verkäufer geschuldet
Basel-Stadt (BS) 3 % CHF 15'000 CHF 30'000 Selbstnutzer: 1,5 %
Genf (GE) 3 % CHF 15'000 CHF 30'000 –
Neuenburg (NE) 3,3 % CHF 16'500 CHF 33'000 Selbstnutzer: 2,2 %
Die Beispielspalten sind auf schmalen Bildschirmen ausgeblendet.

In Freiburg, Waadt und Wallis kommt zum Kantonssatz ein Gemeindezuschlag; in Appenzell Ausserrhoden und Graubünden erheben die Gemeinden die Steuer selbst, mit höchstens 2 %. Den Satz Ihrer Gemeinde erfahren Sie beim Grundbuchamt oder Notariat. Im Wallis richtet sich der Satz nach dem Kaufpreis und gilt jeweils auf dem ganzen Betrag.

Was sonst noch anfällt

Neben der Handänderungssteuer fallen beim Kauf weitere einmalige Kosten an. Diese sind kantonal und je nach Notariat unterschiedlich; die folgenden Spannen sind redaktionelle Richtwerte zur Orientierung, keine amtlichen Tarife:

  • Notariatskosten: rund 0,2 %–0,5 % des Kaufpreises. In Kantonen mit Amtsnotariat sind sie tariflich festgelegt, im freien Notariat verhandelbar.
  • Grundbuchgebühr: rund 0,1 %–0,3 % für die Eigentumsübertragung.
  • Schuldbrief: Errichtung eines neuen Schuldbriefs rund 0,1 %–0,3 % des Pfandbetrags. Ein bestehender Schuldbrief kann oft übernommen werden – das spart diesen Posten ganz und wird häufig übersehen.
  • Maklerprovision: trägt in der Regel die Verkäuferschaft. Sie gehört nur dann in Ihre Rechnung, wenn Sie selbst einen Käufermakler beauftragen.

Drei Beispiele durchgerechnet

Gegenübergestellt sind ein Kanton ohne Handänderungssteuer (Zürich) und der teuerste Kanton (Neuenburg, ohne Selbstnutzer-Ermässigung). Die übrigen Nebenkosten sind mit 0,6 % bis 1,3 % des Kaufpreises angesetzt.

Kaufpreis Zürich (0 % Steuer) Neuenburg (3,3 % Steuer) Differenz
CHF 500'000 CHF 3'000–6'500
0,6 %–1,3 % des Kaufpreises
CHF 19'500–23'000
3,9 %–4,6 % des Kaufpreises
CHF 16'500
CHF 1'000'000 CHF 6'000–13'000
0,6 %–1,3 % des Kaufpreises
CHF 39'000–46'000
3,9 %–4,6 % des Kaufpreises
CHF 33'000
CHF 2'000'000 CHF 12'000–26'000
0,6 %–1,3 % des Kaufpreises
CHF 78'000–92'000
3,9 %–4,6 % des Kaufpreises
CHF 66'000

Die Spanne zeigt, warum eine schweizweite Pauschale irreführt: Bei CHF 1'000'000 reicht die Bandbreite von rund CHF 6'000 bis CHF 46'000 – ein Faktor von über sechs, allein abhängig vom Kanton.

Mit Ihrem Kanton und Kaufpreis rechnen

Der Kaufnebenkosten-Rechner nimmt Ihren Kanton, den Kaufpreis und die einzelnen Posten – inklusive optionaler Käufermaklerprovision.

Zum Kaufnebenkosten-Rechner →

Ermässigungen für Selbstnutzer

Mehrere Kantone entlasten, wer die Liegenschaft selbst bewohnt:

  • Bern: die ersten CHF 800'000 steuerfrei (ordentlicher Satz 1,8 %)
  • Freiburg: bis CHF 1'000'000 Kaufpreis die ersten CHF 500'000, bis CHF 1'500'000 Kaufpreis die ersten CHF 250'000 steuerfrei, nur beim ersten Wohneigentum überhaupt (ordentlicher Satz 1,5 %)
  • Solothurn: keine Steuer (ordentlicher Satz 2,2 %)
  • Basel-Stadt: 1,5 % statt 3 % (ordentlicher Satz 3 %)
  • Basel-Landschaft: keine Steuer (ordentlicher Satz 2,5 %)
  • Neuenburg: 2,2 % statt 3,3 % (ordentlicher Satz 3,3 %)
  • Jura: 1,7 % statt 2,1 %, nur beim ersten Erwerb im Kanton (ordentlicher Satz 2,1 %)

Voraussetzungen, Mindestwohndauer und Fristen regelt jeder Kanton selbst – bei einem späteren Verkauf oder einer Umnutzung innert der Frist kann die Ermässigung nachbelastet werden. Klären Sie das vor dem Kauf mit dem Notariat.

Kaufnebenkosten müssen zusätzlich aus Eigenkapital kommen

Die Bank finanziert höchstens 80 % des Belehnungswerts. Die Kaufnebenkosten kommen deshalb zusätzlich zu den 20 % Eigenkapital – die Standardhypothek deckt sie nicht. Wer knapp kalkuliert, sollte das früh einrechnen: Bei CHF 1'000'000 Kaufpreis in Neuenburg sind das gut CHF 46'000 zusätzlich zu CHF 200'000 Eigenkapital. Wie viel insgesamt tragbar ist, zeigt Wie viel Haus kann ich mir leisten?.

Häufige Fragen

Gibt es Ermässigungen für Selbstnutzer?

Ja, in 7 Kantonen: Bern (die ersten CHF 800'000 steuerfrei), Freiburg (bis CHF 1'000'000 Kaufpreis die ersten CHF 500'000, bis CHF 1'500'000 Kaufpreis die ersten CHF 250'000 steuerfrei, nur beim ersten Wohneigentum überhaupt), Solothurn (keine Steuer), Basel-Stadt (1,5 % statt 3 %), Basel-Landschaft (keine Steuer), Neuenburg (2,2 % statt 3,3 %), Jura (1,7 % statt 2,1 %, nur beim ersten Erwerb im Kanton). Die Voraussetzungen und Fristen regelt jeder Kanton selbst – Details stehen oben im Abschnitt «Ermässigungen für Selbstnutzer».

In welchen Kantonen gibt es keine Handänderungssteuer?

Keine Handänderungssteuer erheben ZH, UR, SZ, GL, ZG, SH, AG, TI. Dort bleiben im Wesentlichen Notariat, Grundbuch und Schuldbrief – zusammen oft rund 1 bis 1,5 % des Kaufpreises statt der oft genannten 3 bis 5 %. Tessin erhebt zwar keine Handänderungssteuer im engeren Sinn, aber eine Grundbuchabgabe von 1,1 %.

Welcher Kanton hat die höchste Handänderungssteuer?

Neuenburg mit 3,3 %, für Selbstnutzer reduziert auf 2,2 %. Danach folgen Genf und Basel-Stadt mit je 3 %; Basel-Stadt reduziert für Selbstnutzer auf 1,5 %. In Freiburg, Waadt und Wallis kommt zum Kantonssatz ein Gemeindezuschlag; in Appenzell Ausserrhoden und Graubünden erheben die Gemeinden die Steuer selbst, mit höchstens 2 %.

Wer bezahlt die Handänderungssteuer?

Das regelt das kantonale Recht. Verbreitet ist eine hälftige Teilung zwischen Käufer und Verkäufer, in einigen Kantonen ist die Käuferschaft allein Steuerschuldnerin. Vertraglich kann davon oft abgewichen werden. Die Rechner auf dieser Website belasten die Steuer vorsichtshalber vollständig dem Käufer – das ist die konservative Annahme.

Kann ich die Kaufnebenkosten über die Hypothek finanzieren?

In der Regel nicht. Die Bank finanziert höchstens 80 % des Belehnungswerts; die Nebenkosten müssen Sie zusätzlich aus eigenen Mitteln aufbringen.

Sind Kaufnebenkosten steuerlich abziehbar?

Nicht vom Einkommen. Sie gelten aber in vielen Kantonen als Anlagekosten und werden beim späteren Verkauf vom Grundstückgewinn abgezogen – das senkt die Grundstückgewinnsteuer. Bewahren Sie die Belege deshalb über die ganze Besitzdauer auf.

Weiter rechnen

Hinweis: Die Handänderungssteuersätze stammen aus der Übersicht der Eidgenössischen Steuerverwaltung und den kantonalen Gesetzen und werden regelmässig überprüft; Notariats-, Grundbuch- und Schuldbriefkosten sind redaktionelle Richtwerte zur Orientierung und keine amtlichen Tarife. Massgeblich ist im Einzelfall die Abrechnung des zuständigen Notariats. Sätze und Ermässigungen können sich ändern.

Grundlage: Handänderungssteuer der Kantone – ESTV, Dossier Steuerinformationen «Handänderungssteuer» (Stand der Gesetzgebung 1.1.2022) und «Geltende Steuern» (Stand 1.1.2026); Wallis: Gesetz über die Handänderungssteuer (SGS 643.1) Art. 14/15; Freiburg: Revision per 1.1.2024; Solothurn: Praxis Steueramt 2024 (geprüft ). Alle Formeln und Annahmen →