Berechnen Sie, wie stark der Mietzins bei einer Änderung des Referenzzinssatzes angepasst werden darf – inklusive Teuerung und allgemeiner Kostensteigerung.
Musterbrief: Mietzinssenkung verlangen
Vorlage für das Herabsetzungsbegehren nach Art. 270a OR – mit Ihren Werten vorausgefüllt, zum
Ausdrucken und Einschreiben.
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Aus dem Rechner
Ändern Sie Nettomiete und Satz oben im Rechner. Verlangt wird die Senkung aus dem Referenzzinssatz allein (je Viertelprozentpunkt 2,91 %). Ob der Vermieter Teuerung und Kostensteigerungen gegenrechnen darf, muss er belegen – der Brief fordert ihn dazu auf.
Der Brief verwendet den heute gültigen Referenzzinssatz von 1,25 %, nicht den Wert, den Sie oben zum Durchspielen eingestellt haben.
Ihre Angaben
Vermieter oder Verwaltung
Höchstens sechs Zeilen – mehr passt nicht ins Fenster des Kuverts.
Mietobjekt und Termin
Den Termin finden Sie im Mietvertrag. Das Begehren muss den Vermieter vor Beginn der Kündigungsfrist erreichen – bei Wohnungen mindestens 3 Monate vorher, bei längerer Frist im Vertrag entsprechend früher.
Sehr geehrte Damen und Herren
Sollten Sie der Ansicht sein, dass dieser Senkung gestiegene Kosten oder die Teuerung gegenüberstehen, bitte ich Sie, diese im Einzelnen zu beziffern und zu belegen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, ob frühere Änderungen des Referenzzinssatzes an den Mietzins weitergegeben wurden.
Bitte nehmen Sie innert 30 Tagen schriftlich Stellung (Art. 270a Abs. 2 OR).
Freundliche Grüsse
Vor dem Versand
- Kuvert: Die Adresse passt ins Fenster eines C5-Kuverts mit Fenster rechts – das Blatt dafür einmal quer falten.
- Per Einschreiben senden und eine Kopie behalten – das Eingangsdatum entscheidet über die Frist.
- Alle unterschreiben, die im Mietvertrag stehen.
- Rechtzeitig: Die Senkung gilt erst ab dem nächstmöglichen Kündigungstermin; das Begehren muss vorher und unter Einhaltung der Kündigungsfrist eintreffen. Art. 270a Abs. 1, Art. 266c OR
- Antwort abwarten: Der Vermieter hat 30 Tage. Lehnt er ab, antwortet er nur teilweise oder gar nicht, können Sie innert weiteren 30 Tagen die Schlichtungsbehörde anrufen – das Verfahren ist kostenlos. Art. 270a Abs. 2 OR
- Gegenrechnung möglich: Der Vermieter darf die Senkung mit inzwischen gestiegenen Kosten verrechnen; die tatsächliche Senkung kann deshalb kleiner ausfallen. Der Rechner oben schätzt das. Art. 13 Abs. 2 VMWG
- Kein Grund zur Sorge vor einer Kündigung: Eine Kündigung, weil Sie Ansprüche aus dem Mietverhältnis geltend machen, ist anfechtbar. Art. 271a Abs. 1 Bst. a OR
- Beratung im Streitfall: Mieterinnen- und Mieterverband oder die Schlichtungsbehörde Ihres Kantons.
Muster ohne Gewähr, keine Rechtsberatung. Stand: Wortlaut von Art. 270a OR und Art. 13 VMWG, geprüft am 1. Oktober 2026.
Wie funktioniert dieser Rechner?
Der Referenzzinssatz wird vom Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) quartalsweise berechnet und basiert auf dem volumengewichteten Durchschnitt aller Schweizer Hypothekarzinsen. Sinkt er um 0,25 Prozentpunkte, kann die Miete um rund 2,91 % sinken; steigt er, darf sie um höchstens 3 % steigen (Art. 13 VMWG). Massgebend ist der Satz, auf dem die heutige Miete beruht – der Satz der letzten Mietzinsanpassung oder, wenn nie angepasst wurde, der im Mietvertrag. Vermieter dürfen zusätzlich 40 % der aufgelaufenen Teuerung (Art. 16 VMWG) sowie nachgewiesene allgemeine Kostensteigerungen geltend machen; der Rechner schätzt diese mit 0,5 % pro Jahr. Mieter können eine Senkung nur schriftlich und auf den nächstmöglichen Kündigungstermin hin verlangen (Art. 270a OR).Der Referenzzinssatz steht bei 1,25 %
Der hypothekarische Referenzzinssatz wird vom Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) quartalsweise veröffentlicht. Er liegt seit dem 2. September 2025 bei 1,25 %; die nächste Publikation folgt am 1. Dezember 2026. Ändert er sich, dürfen Mietzinse angepasst werden:
- Pro Senkung um 0,25 Prozentpunkte haben Mieter Anspruch auf eine Senkung um 2,91 %.
- Pro Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte darf der Vermieter um 3 % erhöhen.
Was der Rechner zusätzlich berücksichtigt
Eine Mietzinsanpassung besteht selten nur aus dem Referenzzinssatz. Der Vermieter darf in der Regel auch die Teuerung zu 40 % überwälzen und nachgewiesene allgemeine Kostensteigerungen geltend machen; der Rechner schätzt sie mit 0,5 % pro Jahr seit der letzten Anpassung. Bei einer Senkung kann der Vermieter diese Positionen verrechnen – deshalb fällt die tatsächliche Senkung oft kleiner aus als die 2,91 %.
Entscheidend ist Ihr Ausgangssatz
Massgebend ist der Referenzzinssatz, der bei der letzten Festsetzung Ihrer Miete galt. Sie finden ihn im Mietvertrag oder auf dem letzten Formular zur Mietzinsänderung. Liegt er über dem aktuellen Satz, haben Sie einen Senkungsanspruch – auch wenn der Referenzzinssatz zuletzt gar nicht gesunken ist.
Eine Senkung erfolgt nicht automatisch: Sie müssen sie beim Vermieter schriftlich auf den nächsten Kündigungstermin verlangen. Wie Sie dabei vorgehen, erklärt der Artikel Mietsenkung beim Referenzzinssatz; wann eine Erhöhung droht, steht in Wann steigen die Mieten wieder?.
Fragen zum Referenzzinssatz-Rechner
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Grundlagen & Stand
Redaktionell geprüft: · Mit den offiziellen Quellen abgeglichen. Keine externe Fachprüfung durch eine Hypothekar-, Steuer- oder Rechtsfachperson. Alle Formeln und Annahmen →
- Hypothekarischer Referenzzinssatz – Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) (geprüft )
Laufende Marktdaten (Hypothekarzinsen, SARON, Leitzins) werden wöchentlich automatisch aus dem Datenportal der Schweizerischen Nationalbank nachgeführt und in der Marktübersicht mit Stand ausgewiesen.